Servius Sulpicius Galba, am 24. Dezember 3v. Chr. bei Terracina geboren, entstammte einem vornehmen Adelsgeschlecht. Von allen Kaisern der julisch-claudischen Familie geschätzt, bekleidete er 33n.Chr. das Konsulat und durchlief eine glänzende Karriere sowohl als Verwaltungsbeamter als auch als Soldat. Differenzen mit Agrippina, der Mutter Neros (54-68), liessen ihn den Abschied von öffentlichen Ämtern nehmen. Nach deren Tod (59) wurde er zum Verwalter der Provinz Hispania Tarraconensis ernannt. Als Gaius Julius Vindex sich im Jahre 68 in Gallien gegen Nero erhob, bot er Galba den Thron an, da er selbst als Kaiser nicht annehmbar war. Nach Zögern und Taktieren erklärte sich Galba Anfang April zum "Legat des Senats und des römischen Volkes" - nicht zum Kaiser!. Er hob neue Truppen in Spanien aus, befürchtete aber nach der Niederschlagung des Vindex-Aufstandes in Gallien schon sein Ende. Ein oder zwei Wochen später erreichte ihn jedoch die Nachricht von Neros Tod und seine Wahl zum Kaiser durch den Senat. Galba machte sich jedoch umgehend ungeliebt: er verweigerte dem Heer ein "Donativ" (die übliche Geldschenkung zum regierungsantritt) und liess die Offiziere der Prätorianergarde allesamt durch ihm ergebene Soldaten ersetzen. Endgültig machte er sich durch die Hinrichtung des Nymphidius Sabinus, des Prätorianerpräfekten, der von Nero eingesetzt worden war, verhasst. Weitere Probleme ergaben sich bei Versuchen, die Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen. Neros Günstlinge sollten die immensen Geldgeschenke zurückzahlen, die sie von ihm erhalten hatten. Die korrupte und von Nero vernachlässigte Verwaltung schwärzte den neuen Kaiser bei jeder Gelegenheit an, so dass sich am 1. Januar 69 bei der üblichen Erneuerung des Schwurs auf den Kaiser die Truppen in Obergermanien weigerten, ihren Eid auf Galba zu leisten. Sie forderten dagegen vom Senat einen neuen Kaiser. Die Truppen in Untergermanien gingen einen Schritt weiter und riefen kurzerhand ihren Kommandeur, Vitellius (69), zum Kaiser aus.
Galba versuchte durch die Gründung einer neuen Dynastie seine Position zu stärken. Da er selbst keinen Sohn hatte, adoptierte er den weitestgehend unbekannten Lucius Calpurnius Piso Licinianus. Otho, der sich selbst Hoffnungen auf die Thronfolge gemacht hatte, zettelte daraufhin eine Verschwörung unter den Prätorianern an. Diese zerrten Galba und Licinianus am 15. Januar 69 mitten auf dem belebten Forum Romanum aus ihren Sänften und ermordeten beide.
Galba war der erste Kaiser, der nicht aus der julisch-claudischen Familie stammte (Nero hatte alle nennenswerten männlichen Familienmitglieder ermorden lassen) und der erste Kaiser, der nicht in Rom als Kaiser ausgerufen wurde.
© by Ralf Gabelmann

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