Während sich Rom in Karthago engagiert hatte konnte der makedonische
Herrscher Prinz Philipp V. seinen Machtbereich
weiter ausdehnen. Er hatte Pläne, Alexanders Großreich wieder
auferstehen zu lassen. Dies bedrohte zwar nicht
unbedingt Rom, aber wer wusste damals dass Philipp V. auf keinen Fall
ein zweiter Hannibal war. So schlossen die Römer
Bündnisse mit den griechischen Staaten, die von Philipp V. bedroht
waren. Der römische Gesandte Marcus Aemilius
Lepidus besuchte Philipp, der eben die griechische Stadt Abydos
belagerte, persönlich. Er machte ihm klar, dass er sich
jeglicher Aggression gegenüber griechischen Staaten zu enthalten habe.
Philipp machte keine Anstallten darauf
einzugehen und setzte die Belagerung Abydos' fort und zerstörte sie
anschliessend. Damit war der Krieg mit Rom da.
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Philipp II., ein Vorfahre Philipp V. (10 vor Chr.)
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Zuerst kam es zu keinen größeren Kampfhandlungen und über die
Wintermonate kam der Krieg ganz ins Stocken. Rom errang seine
Erfolge vor allem auf diplomatischem Weg, indem es sich immer neue
Bundesgenossen schuf und dadurch der Weg nach
Mittelgriechenland frei wurde. Philipp sah sich völlig isoliert; auch
auf Antiochos III., der mit Ägypten im Krieg stand und deshalb die Römer
nicht provozieren wollte, konnte er nicht zählen. Da die Bedrohung
durch die Römer stetig zunahm willigte Philipp in Friedensverhandlungen
ein. Das Gespräch komplizierte sich durch die
Forderungen der griechischen Verbündeten Roms, die rigorose Maßnahmen
gegenüber Philipp V. wollten. Philipp zeigte
sich auf keinen Fall bereit darauf einzugehen und die Verhandlungen
wurden abgebrochen. 197 vor Chr. gelang den
römischen Truppen mit der Unterstützung der Armee der Aitoler, einem
griechischen Stamm, die Besiegung Philipps V. Jetzt
musste Philipp auf die Bedingungen eingehen. Er wurde auf sein Stammland
beschränkt und durfte nur noch Krieg gegen
die nördlichen Nachbarn führen.
Zuerst wurde Rom als Befreierin Griechenlands gefeiert, doch bald
offenbarten sich die Schwächen der Griechen. Die
verschiedenen griechischen Staaten waren untereinander sehr zerstritten
und es bildeten sich zwei Lager. Die von Rom
begünstigten, das waren der Achaiische Bund und Athen, und die
Unzufriedenen, die nur eine Gelegenheit suchten ihre
Ansprüche durchzusetzen.
Die Lage für die Römer war um so bedenklicher, als an der Ostküste de Ägäischen Meeres
mittlerweile eine neue Macht erschienen war und ihre Ansprüche
anmeldete: Antiochos III. von Syrien. Er rückte in die
von Ägypten und Makedonien aufgegebenen Gebiete in Kleinasien und
Thrakien ein. Ein Zusammentreffen von römischen
und syrischen Gesandten unterstrich noch einmal die Haltung Antiochos
III. Er war nicht bereit die römischen Weisungen
zu befolgen. Rom schaute der Entwicklung erstaunlich ruhig entgegen,
hatten doch in Spanien zahlreiche Unruhen
begonnen die niedergeschlagen werden mussten. In Karthago konnte
Hannibal wiederum die Macht an sich reissen und
Rom begann zu bangen. Das nutzte Antiochos aus, um seine Stellung in
Kleinasien und Thrakien weiter auszubauen. Die
Stadt Ephesos wurde nun seine zweite Residenz. Auf diplomatischem Weg
konnte er seine Beziehungen zu verschiedenen
Staaten verbessern. Unterdessen war Hannibal, der aus Karthago
vertrieben worden war, ein Gast von Antiochos III.
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Zur Zeit Philipp V. und Antiochos III. hatten die Römer Gefechte in Griechenland und Kleinasien auszufechten. (Ca. 200 vor Chr.)
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Im Herbst 193 vor Chr. eröffnete ein Verbündeter Antiochos III., die
Aitoler, den Krieg gegen den Achaiischen Bund.
Verstärkt durch 15'000 Mann von Antiochos III. erregten sie die
Aufmerksamkeit der Römer und diese schickten ein Heer
von 25'000 Mann zur Bekämpfung von Antiochos III. nach Griechenland. Der
römische Konsul hatte leichtes Spiel; die
syrischen Mannen konnten sich nicht mehr in Griechenland halten und
abgesehen von einigen kleinen Kämpfen mit
Verbündeten Antiochos III. war es befriedet. Aber noch standen Truppen
in Thrakien und Kleinasien. Die römische
Besatzung wurde verdoppelt und die Syrier wurden auf ihr Stammgebiet
zurück gedrängt. Dies zeigte dass wenn nötig
Rom auch im fernen Kleinasien hart durchgreifen konnte. Rom hatte seinen
Herrschaftsbereich wieder um ein
entscheidendes Maß ausbauen können, der Einfluss wurde über Griechenland
bis nach Kleinasien ausgedehnt und
verankert.
Die vielen Kriege die Rom in letzter Zeit geführt hatte sollten sich
auch auf die innenpolitische Lage auswirken. Immer
mehr war der Senat zur bestimmenden Einrichtung in Rom geworden. Zuletzt hatte
sogar er das Sagen über die Legionen. Er
bestimmte wann, wo und wieviele Soldaten eingesetzt wurden. Zudem
verwaltete der Senat den Staatsschatz. Sachlich
war dies sogar gerechtfertigt, saßen doch im Senat viele ehemalige hohe
Beamte, die den übrigen Bürgern an Sachkenntnis und Erfahrung
überlegen waren. Nur eines galt es zu bedenken: Die
Stimmen der 300 Senatoren besaßen nicht
alle das gleiche Gewicht. Die Stimme eines Senators zählte umso mehr,
wenn er in seiner vorherigen Beamtenlaufbahn
mindestens ein Konsul oder Prätor gewesen war. Und da die Konsuln und
Prätoren fast ausschließlich von
einflussreichen altgedienten Familien stammten, konnten diese durch ihre
gesicherte Präsens im Senat die Geschicke des
Staates leiten. Die großen Geschlechter, die Nobilität, leitete also den
Staat ohne dass die Bevölkerung großes Mitspracherecht gehabt hätte.
Die großen Kriege zehrten schließlich auch an den Bevölkerungsreserven
des Imperiums. Brauchte man vor dem
Jahre 200 vor Chr. noch knapp 5-6 Legionen so waren es nach 200 vor Chr.
schon 8-9 Legionen. Ein Anstieg von etwa
50%. Da die Bevölkerung allerdings nicht in demselben Maße mitgewachsen war, mussten
immer mehr Männer in den Soldatenstand gehoben werden, was nicht selten
auf Widerstand stieß. Die Regierung unterließ es, neue Kolonien zu
gründen
und damit die über 10'000 Quadratkilometer an neu hinzugewonnenem Land alleine in
Italien zu besiedeln. Dieser Umstand machte
das Land billig und ermöglichte es den Großgrundbesitzern, große Flächen
an Land zu kaufen und damit die Produktion
zu verbessern. Der Masse der kleinen und mittleren Bauern blieb der
Landkauf aber verwehrt. Sie hatten schlicht kein Geld.
Es begann sich allmählich ein Zweiklassengesellschaft zu bilden, deren
bedenkliche Konsequenzen bis um 150 vor Chr. noch kaum jemand zu ermessen fähig war.
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Ein Silberdenar. (1. Jh. vor Chr.)
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Eine andere Problematik zeichnete sich ab, als sich einzel Personen zu grossen Ehren aufgearbeitet hatten. Vor
allem zu erwähnen ist Scipio Africanus, dem es vergönnt war Hannibal zu schlagen. Er verfügte über einen
Einfluss der stetig zu wachsen schien. Als der Senat bemerkte das dadurch sein Einfluss zu schwinden begann,
probierte man Scipio aus seiner Position zu drängen., was auch gelang. Um solche Fälle von einzelner
Machtergreifung in Zukunft zu verhindern, erlegte der Senat Altervorlagen um den Status von Beamten zu erreichen.
Um Konsul zu werden musste man z. B. 43 Jahre alt sein (Scipio Africanus war 25). Eine allzu häufige Bekleidung
des Konsul Amte wurde verboten. Die Folge davon war das man eine Regierung des Durchschnitts hatte. Grossen
Persönlichkeiten und Denkern blieb der Einfluss auf Rom verwehrt. Es triumphierte das Mittelmass, und das war
grob, phantasielos und in seinem Horizont beschränkt. Niemand tat etwas um diesen Ereignissen entgegen zu wirken.
Auch aussenpolitische Probleme zeichneten sich für die Römer ab. Die
griechischen Staaten wurden immer
unzufriedener und hegten das Wunsch nach größeren Machtansprüchen.
Verhältnismäßig günstig entwickelten sich
die Dinge in Kleinasien, wo die römische Herrschaft anerkannt wurde.
Besondere Ereignisse spielten sich in Makedonien
ab, das seine Grenzen durch militärische Aktionen weiter nach Norden
vorschob. Rom hatte nichts Gutes mehr zu
erwarten und begann zum Krieg zu rüsten. Allerdings sollte es nicht
gleich zu einem Krieg kommen.
Nachdem Philipp der V. gestorben war, kam sein Sohn Perseus an die
Macht, der nicht unbedingt an einem Krieg mit Rom
interessiert war. Den Römern war Makedonien lästig und man suchte nach
einem Vorwand, um den Krieg zu erklären. Dieser
Vorwand fand sich schließlich in der Tatsache dass die Situation in
Griechenland immer kritischer wurde. Perseus
hatte zuvor nach anti-römischen Partnern Ausschau gehalten. Die Römer
schrieben ihm die
Verschlimmerung der hellenistischen Situation zu und erklärten ihm den
Krieg.
Perseus wurde vollständig geschlagen und Makedonien zur
totalen politischen Unmündigkeit verurteilt (168 vor Chr.), indem es
in vier Teile zerschnitten wurde. Auch in
Griechenland griffen die Römer anschließend hart
durch. Zahlreiche angesehene Leute wurden aus Griechenland verschleppt
mit der Begründung, sie hätten mit der makedonischen Regierung sympathisiert.
Die Ausstrahlungen der neuen römischen Politik trafen auch die beiden
letzten großen Staaten des Ostens, Syrien und
Ägypten. Da beide Länder über eine nur sehr schwache Regierung verfügten
war es für Rom ein leichtes, seinen Einfluss
noch zu erhöhen und dadurch die beiden Länder noch mehr in die
Abhängigkeit Roms zu treiben.