Die Ereignisse zur Zeit der Gracchen und die anarchischen Verhältnisse
danach hatten die römische Republik stark geprägt.
Es war absehbar dass sich über kurz oder lang die jetzige Form der
Republik nicht mehr halten konnte. Die Diktatur
Sullas hatte erstmals den Weg zum Kaisertum aufgezeigt. Obwohl es
zunächst so schien als könne der Senat seine
Herrschaft wieder in alter Stärke aufbauen, konnte er nicht auf die
Unterstützung durch einen mächtigen militärischen
Führer, der die wichtigsten Aufgaben zu bewältigen hatte, verzichten.
Der Senat fand diese Person in Gnäus Pompeius.
Pompeius gelang es, einen gefährlichen Sklavenaufstand, den Aufruhr
des Spartacus (73-71 vor Chr.), niederzuwerfen
und die Volkspartei der Marius-Anhänger in den Provinzen zu überwinden.
Pompeius ging alles andere als zimperlich mit
den Aufständischen um. In Sizilien ließ der römische Konsul 20'000
Empörer ans Kreuz schlagen und zwischen Capua
und Rom zeugten 6000 Kreuze von Opfern des Sklavenaufstandes vom Trumpf
des Pompeius. Zusammen mit dem
reichen Bankier Crassus, dem reichsten Manne Roms, bildete Pompeius, der
in der Zwischenzeit zur Volkspartei
übergetreten war, im Jahre 67 vor Chr. das Amt des Konsuln.
Aber aus Angst vor der steigenden Macht des Pompeius, verweigerte ihm
der Senat weiter Würden, die die Macht von
Pompeius noch weiter hätten ansteigen lassen. Wütend über die
Geringschätzungen des Senats rächte sich Pompeius mit
der Wiedereinführung der Gewalt der Volkstribunen. Was Pompeius aber vor
allem noch weiteres Ansehen und Macht zu
kommen ließ war, dass er im Osten Roms das Seleukidenreich vernichtete
und damit den Römern die Herrschaft über
ganz Kleinasien und Syrien bis zum Westbogen des Euphrat sicherte. In
der Hoffnung nun beim Senat Gehör zu finden
machte sich Pompeius auf den Rückweg nach Rom.
Die Angst des Senats, Pompeius würde wie einst Sulla mit dem Schwert
gegen Rom ziehen, erwies sich als
unbegründet. Völlig überraschend entließ Pompeius sein Heer in
Brundisium. Zwar von größten Ansehen, aber dafür
ohne im Augenblick einsetzbare Macht kam Pompeius in Rom an. Zwar wurde
er mit den gebührenden Ehren empfangen,
doch war die Antipathie des Senatorenstandes ihm gegenüber deutlich zu
spüren. Pompeius war gedrungen sich gegen
die Isolierung zur Wehr zu setzten.
Völlig im Schatten des Pompeius verschwunden war ein anderer Mann, der
die Geschichte Roms wie kein anderer
prägen sollte. Caesar. Hinter Pompeius konnte sich Caesar zu einem
angesehenen Mann entwickeln, der sowohl beim
Volk als auch bei den Senatoren angesehen war.
Als er 60 vor Chr. nach einem Jahr als Verwalter von Spanien nach Rom
zurückkehrte, schloss er mit Pompeius und
Crassus ein Bündnis zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen: das 1.
Triumvirat (von lateinisch tres: drei und viri:
Männer, also Dreimännerbündnis). Um ihre Beziehung noch weiter zu
festigen, heiratete Pompeius Caesars Tochter Julia.
Mit Unterstützung des Triumvirats wurde Caesar gegen den Widerstand der
Optimatenpartei für das Jahr 59 vor Chr. zum
Konsul gewählt und erhielt im Folgejahr durch ein Sondergesetz als
Prokonsul für fünf Jahre die Verwaltung der
Provinzen Gallia Cisalpina, Illyricum und Gallia Narbonensis, wodurch es
ihm möglich wurde, seine Macht gegen den Senat
auszubauen.
In den folgenden Jahren führte er die Gallischen Kriege, in deren
Verlauf er ganz Gallien eroberte, zweimal über den
Rhein zog und nach Britannien übersetzte. Diese Kriege wurden von ihm
selbst in einem autobiographischen Werk
beschrieben. 56 vor Chr. erneuerten die Triumvirn bei einem Treffen in
Luca ihr Bündnis,
nachdem es zwischenzeitlich zur Entfremdung zwischen Pompeius und
Crassus gekommen war. Dabei wurde
beschlossen, dass Caesar weitere fünf Jahre in Gallien bleiben sollte,
während sich Pompeius und Crassus für das Jahr
55 vor Chr. zu Konsuln wählen lassen und im darauffolgenden Jahr als
Prokonsuln in ihre jeweiligen Provinzen gehen
sollten. Danach reiste Caesar ab, um einen Aufstand in Gallien
niederzuschlagen und seinen Britannienfeldzug zu führen.
53 vor Chr. wurde der ehrgeizige Crassus, dem die Verwaltung über
Syrien zugefallen war, bei einem Feldzug gegen
die Parther bei Carrhae besiegt und getötet, nachdem im Jahr zuvor
Caesars Tochter Julia, die Ehefrau des Pompeius,
gestorben war. Nachdem auch ihre familiären Bindungen zerrissen waren,
war die endgültige Entfremdung zwischen
Caesar und Pompeius besiegelt, und das Bündnis brach auseinander.