A Volubilis
B Timgad
C Sabratha
D Leptis Magna
E Sufetula
1 Mauretania Tingitana
2 Mauretania Caesariensis
3 Numidia
4 Africa Proconsularis
Nach der Zerstörung Karthagos im Dritten Punischen Krieg begannen die Römer auf dem afrikanischen Kontinent
vorzudringen. Die Grenze in Afrika, die sich vom heutigen Marokko bis nach Libyen erstreckte, war mit Abstand
die längste im gesamten römischen Reich. Ihre Länge Betrug ca. 4'000 Kilometer und begrenzte eine Territorium
von unglaublicher geographischer Vielfältigkeit und Vielschichtigkeit verschidenster Kulturen. Die
Hauptinteressen, die die Römer an Afrika hegten, waren dessen strategische Lage, von der aus sich der gesamte
Mittelmeerraum kontrollieren liess sowie die ausserordentliche Fruchtbarkeit des dortigen Bodens.
Um die wirtschaftliche Stärke des Landes anzukurbeln, bauten die Römer die bestehenden Küstenstädte aus und legten
zusätzlich viele neue an. Kurze Zeit später gewannen die Römer auch die Kontrolle über das afrikanische
Hinterland und bauten dort ebenfalls die Städte aus. Ein dichtes Strassennetz verband die Küstenstädte mit den
Städten des Hinterlandes. Dadurch konnten die Waren, die im Hinterland produziert wurden, leicht in einen
Hafen gelangen, von wo sie dann an ihren Bestimmungsort transportiert wurden.
Durch geschickte Dammbauten konnten die Karawanenstädte mit Wasser versorgt werden, die damit ihre Anbauflächen
bewässerten. Die gute Bewässerung und der sehr fruchtbare Boden waren dann auch der Hauptgrund für den Reichtum
von Städten wie Leptis Magna und Sabratha. Die Produktion von Getreide und Olivenöl war enorm. So wurde Africa
neben Sizilien und Ägypten auch als die "Kornkammer Roms" bezeichnet. Der Handel mit Getreide wurde von der Regierung auch weitaus stärker
kontrolliert, als der mit sonstigen Gütern, war das Korn doch für Rom auch von politischer Bedeutung, denn
es mussten rund 150'000 Plebejer von der öffentlichen Hand mit Getreide versorgt werden. Karthago, dessen
Wiederaufbau von Kaiser Augustus beschlossen wurde, war der wichtigst Hafen, von dem aus das Getreide verschifft wurde.
Aber auch die Ölexporte waren, besonders ab dem 2. Jahrhundert nach Chr., von grosser Bedeutung. Das Öl wurde in
von den Küstenstädten des heutigen Tunesiens hergestellten Behältern transportiert. Neben dem Öl wurde auch ein
anderes, ölähnliches Produkt exportiert: das garum. Dabei handelte es sich um eine Fischsauce, die in den
römischen Küchen häufig verwendet wurde. Des weiteren wurden aus Africa auch Tiere exportiert, die in den
Bestimmungsorten für die Belustigung der Bevölkerung dienten. Unter anderem wurden Pferde für die Wagenrennen im
Zirkus und wilde Tiere wie Löwen, Leoparden und Elephanten aus Africa exportiert, die für die Spiele in den
Amphietheatern gebraucht wurden. Die Tiere wurden auf Expeditionen gefangen und anschliessend auf Frachtschiffe
gebracht.
Die Einführung der römischen Zivilisation in den afrikanischen Provizen brachte weitreichende Veränderungen mit
sich. Die offizielle Sprache war Latein und auch die römische Religion wurde übernommen. Die Landbevölkerung
sprach aber weiterhin punisch und betete Baal und Tanit an. Zur Blütezeit von Africa (ab dem 2. Jahrhundert nach
Chr.) stellten die Provinzen auch einflussreiche Persönlichkeiten auf politischer so wie auf intellektueller
Ebene. Kaiser Septimus Severus oder Rechtsgelehrte und Schriftsteller wie Fronto und Apuleius stammten aus
Africa. Während des Zerfalls des weströmischen Reiches wurde Africa von den Vandalen besetzt.
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