A     Ephesus
B     Sardis
1     Asia
2     Bithynia und Pontus
3     Lycia und Pamphylia
4     Galatia
5     Cilicia
6     Cappadocia
7     Cyprus

Die starke Präsenz der Römer in Kleinasien setzte 133 vor Chr. ein, als Attalos, König von Pergamon, sein Reich den Römern testamentarisch vererbte. Daraufhin annektierte Rom weitere Reiche, die sich auf dem Gebiet Kleinasiens befanden. Von Anfang an zog der Reichtum viele Italiker, vor allem Kaufmänner und Steuereintreiber, nach Kleinasien. Ihre Gier führte aber auch zu grossen sozialen Differenzen, die schliesslich im schrecklichen Aufstand des Jahres 88 vor Chr. mündeten, in dem 80'000 Menschen den Tod fanden. Kleinasien beruhigte sich erst wieder, als Kaiser Augustus an die Macht kam. Unter ihm setzte nun eine Periode des Wohlstandes und des Friedens ein, die bis ins 3. Jahrhundert anhalten sollte.
Der Wohlstand spiegelte sich in zahlreichen grandiosen und prunkvollen Bauten wieder. Ruinen aus der Zeit der Römer sind noch heute überall in Kleinasien zu finden. Und das nicht nur in Städten wie Ephesus, Pergamum, Miletus und Halicarnassus, sondern auch in kleineren Orten wie Sardis, Mylasa, Labraunda, Magnesia, Laodicea und Apamea, um nur einige der bekannteren zu nennen.
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Hadrisnstempel in Ephesus.
Die Heiligtümer und religiösen Gemeinschaften der Einheimischen wurden von den Römern weiterhin geduldet. Lediglich Roma und Augustus wurden als Gottheiten eingeführt. Literatur und Wissenschaft genossen ein hohes Ansehen in Kleinasien und so befanden sich die beiden wichtigsten medizinischen Fakultäten des Reiches in Ephesus und Pergamum.
Die Haupteinnahmequellen Kleinasiens bildeten Landwirtschaft und Handel. Die kostbaren Güter wurden vornehmlich auf den alten Straßen der Achämeniden sowie auf zahlreichen, von den Römern angelegten Verkehrswegen, transportiert. Hohe Preise erzielte der purpurgeäderte Marmor aus den Steinbrüchen von Synnada in Phrygia sowie der rote Portasanta-Marmor aus Chios. In Blöcke geschlagen, wurde der Marmor auf spezielle Schiffe verladen, die ihn in die ganze Welt verschifften. Eine weitere Einnahmequelle war die Schafzucht und die Herstellung von Wolle und Pergament, das, zusammen mit Papyrus, das in antiker Zeit übliche Schreibmaterial darstellte. Vor allem das Pergament aus Pergamum war sehr begehrt. Andere Orte waren berühmt für die hervoragende Qualität ihrer Textil- und Wollwaren. Besonders teuer waren purpurfarbene Stoffe, die mit einem Farbstoff eingefärbt waren, den man aus Mollusken gewann. In Hierapolis (heute Pamukkale) wusch man die Wolle in heissen Quellen, um die Farbe zu fixieren. Zudem verfügte Kleinasien auch über reiche Erzvorkommen; vor allem Silber und Gold. Daher rührt auch die Sage um König Croesus, auf dessen Reichtum häufig in antiken Texten, wie zum Beispiel in der Ilias Homers, angespielt wurde.

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