A    Nemausus (Nîmes)
B    Arausio
C    Augusta Treverorum (Trier)
1     Aquitania
2     Gallia Lugdunensis
3     Gallia Narbonensis
4     Alpes Maritimae
5     Alpes Cottiae
6     Alpes Graiae et Poenine
7     Gallia Belgica
8     Germania Inferior
9     Germania Superior

Gallien und Germanien erstreckte sich über das Gebiet zwischen dem Atlantischen Ozean, den Pyrenäen, dem Mittelmeer, den Alpen, dem Rhein und der Nordsee. Die Bevölkerung setzte sich vor allem aus Kelten im Norden und aus iberischen Völkern im Süden zusammen. Die Eroberung Galliens und Germaniens wurde ca. um 130 vor Chr. begonnen und endete im Jahre 9 nach Chr. Da die Gallier nur in kleinen Dörfer und Festungen lebten, nicht in Städten, fiel es den Römern verhältnismäßig leicht, die Gallier zu besiegen.
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Eine Silbervase aus Hildesheim.
(100 vor Chr.)
Die erste gallische Provinz wurde auf den Namen Gallia Narbonensis getauft und wurde später haupsächlich als Provincia (die spätere Ableitung für den heutigen Namen Provence) bezeichnet.
Die beiden germanischen Provinzen, Germania Superior und Germania Inferior, die als letzte der gallisch-germanischen Provinzen erobert wurden, machten nur einen kleinen Teil des Gebietes aus. In der Zeit um 12 bis 9 vor Chr. wollte der Römer Drusus die germanischen Stämme vereinen, was ihm aber misslang. Er musste eine Niederlage gegen die germanischen Heere einstecken. Besonders tragisch war jedoch die Niederlage des Varrus 9 nach Chr., der von dem barbarischen Feldherrn Arminius besiegt wurde. Nach der Schlacht sollen überall Skelette und Knochen von römischen Legionären gelegen haben. Sogar an den Bäumen sollen die Germanen die Schädel der Römer aufgehängt haben.
Immer wieder versuchten gallische Stämme die römische Vormachtstellung zu gefährden. Zu den wichtigsten Aufständen zählte der Aufstand der Cimbern und Teutonen, die von Gaius Marius 102 und 103 vor Chr. in den Schlachten von Aquae Sextiae und Vercellae niedergeworfen wurden. Caesars Sieg über den gallischen Feldherrn Vercingetorix bei Alesia im Jahr 52 vor Chr. brachte schliesslich ganz Gallien unter römischen Einfluss.
Das Land wurde von Kaiser Augustus in die folgenden Provinzen eingeteilt: Gallia Narbonensis, Aquitania, Gallia Belgica und Gallia Lugdunensis. Diese Einteilung wehrte bis zur Zeit Diocletians, der weitere Einteilungen vornahm.
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Der Tempel des Augustus.
(10 vor Chr.)
Die Römer verschönerten ihre Städte in Gallien mit zahlreichen Monumenten, Theatern, Thermen, Basiliken, Bogen, Brücken und Aquädukten. Die galloromanische Kultur übernahm hellenistisch-römische sowie keltische Elemente, behielt aber trotzdem eigene, von beiden Kunstrichtungen unabhängige Charakteristika bei. Dies kam zum Beispiel bei Grabskulpturen, die auf prunkvollen Säulen Ausschnitte aus dem Leben der Verstorbenen zeigten, zum Ausdruck.
Die Wirtschaft in Gallien florierte. Man handelte mit landwirtschaftlichen und industriell gefertigten Gütern, so zum Beispiel mit Weinen aus Gallia Narbonensis oder mit Keramik, die im ganzen römischen Reich feilgeboten wurden. Das wichtigste Exportgut der germanischen Provinzen waren jedoch Glaswaren. Einige besonders schöne Stücke sind noch heute zu bewundern.
Ansonsten waren die germanischen Provinzen, die bis zur heutige Niederlande reichten, mehr militärische Aussenposten als wichtige Exportländer. Ein Schutzwall von 382 Kilometern wurde aufgestellt um die Barbaren aus dem Norden zurückzuhalten.

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