Cicero - De Imperio Cn. Pompei (Die Wahl des Feldherren)

Übersetzt von Markus Westphal und Patrick Jungk

Allein Pompeius kommt in Frage

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[27] Es scheint mir, dass ich genügend viele Worte gemacht habe, warum dieser Krieg durch die Art selbst sehr notwendig sei, durch die Größe gefährlich; es scheint, es bleibt übrig, dass über den Feldherrn, der für diesen Krieg ausgewählt werden und mit so großen Sachen beauftragt werden muß, gesprochen werden muß. Hättet ihr nur, ihr Quiriten, eine so große Menge an tapferen und selbstlosen Männern, dass euch die Auswahl schwerfällt, wen ihr denn glaubt am ehesten mit so großen Sachen und einem so großen Krieg beauftragen zu können. Nun, weil aber Gnaeus Pompeius der einzige ist, der nicht nur den Ruhm von denjenigen, die jetzt sind, sondern auch durch seine Tapferkeit die Erinnerung an die Taten früherer Männer überwindet - was ist die Sache, welche irgendjemandem in dieser Sache Zweifel bereiten kann?

[27] Satis mihi multa verba fecisse videor, qua re esset hoc bellum genere ipso necessarium, magnitudine periculosum. Restat ut de imperatore ad id bellum delingendo ac tantis rebus praeficiendo dicendum esse videatur. Utinam, Quirites, virorum fortium atque innocentium copiam tantam haberetis, ut haec vobis deliberatio difficilis esset, quemnam potissimum tantis rebus ac tanto bello praeficiendum putaretis! Nunc vero - cum sit unus Cn. Pompeius, qui non modo eorum hominum qui nunc sunt gloriam, sed etiam antiquitatis memoriam virtute superarit - quae res est quae cuiusquam animum in hac causa dubium facere possit?

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[28] Ich nämlich glaube folgendes; es gehört sich, dass ein hervorragender Feldherr diese vier Eigenschaften besitzt: das Wissen in militärischen Dingen, Tapferkeit, Ansehen und Glück.

[28] Ego enim sic existimo, in summo imperatore quattuor has res inesse oportere, - scientiam rei militaris, virtutem, auctoritatem, felicitatem.

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Seine Erfahrung im Kriegswesen

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[28b] Wer also war entweder jemals erfahrener als jener Mensch oder wer mußte jemals erfahrener sein? erfahrener als dieser Mensch, der aus der Schule und aus den Unterrichtsfächern heraus aufgebrochen ist zum Heer seines Vaters und in die militärische Unterweisung; und zwar in einem sehr großen Krieg mit schwersten Gegnern. Dieser war am Ende seiner Kindheit Soldat im Heer eines sehr großen Feldherren, am Anfang seines Erwachsenseins selbst Feldherr eines sehr großen Heeres, der öfter mit den Staatsfeinden Berührung hatte, als irgend jemand sonst mit seinem persönlichen Feind, der mehr Kriege führte, als andere nur lasen, der mehr Provinzen erobert hat, als andere nur wünschten; er wurde in der Jugend in militärischen Dingen gelehrt, nicht durch die Anweisungen eines anderen, sondern durch eigene Imperien, nicht durch Niederlagen, sondern durch Siege im Krieg, nicht durch Wehrdienst, sondern durch Triumphe, Welche Art von Krieg kann es demnach geben, in welcher jenem das Schicksal des Staates nicht Übung verschafft? Ein Krieg in Afrika, der transalpinische Krieg, der Krieg in Spanien, gemischt aus sehr kriegerischen Bürgerschaften und Nationen, der Krieg zur See, der Sklavenkrieg und verschiedene unterschiedliche Arten von Gegnern und Kriegen, die von diesem nicht nur geführt, sondern auch gewonnen wurden, erklären, dass es nichts im Kriegshandwerk gibt, das dem Wissen dieses Mannes verborgen ist.

[28b] Quis igitur hoc homine scientior umquam aut fuit aut esse debuit? qui e ludo atque e pueritiae disciplinis bello maximo atque acerrimis hostibus ad patris exercitum atque in militiae disciplinam profectus est; qui extrema pueritia miles in exercitu fuit simmi imperatoris, ineunte adulescentia maximi ipse exercitus imperator; qui saepius cum hoste conflixit quam quisquam cum inimice concertavit, plura bello gessit quam ceteri legerunt, plures provincias confecit quam alii concupiverunt; cuius adulescentia ad scientiam rei militaris non alienis praeceptis sed suis imperiis, non offensionibus belli sed victoriis, non stipendiis sed triumphis est erudita. Quod denique genus esse belli potest, in quo illum non exercuerit fortuna rei publicae? Civile, Africanum, Transalpinum, Hispaniense [mixtum ex civitatibus atque ex bellicosissimis nationibus], servile, navale bellum, varia et diversa genera et bellorum et hostium, non solum gesta ab hoc uno, sed etiam confecta, nullam rem esse declarant in usu positam militari, quae huius viri scientiam fugere possit.

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Seine bisherigen Kriegserfolge

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[29] Weiterhin; welche Worte kann man finden, die der Leistung des Pompeius gerecht werden? Was ist es, was irgend jemand hinzufügen könnte, das jenem würdig, euch aber neu oder irgendjemandem unbekannt ist? Es sind nämlich nicht nur jene Feldherrn-Tugenden, die für gewöhnlich als solche gelten, wie die Bemühungen bei seinen Aufgaben, die Tapferkeit in Gefahren, die Entschlossenheit bei seinem Handeln, die Schnelligkeit im Erledigen, seine vorausschauende Planung, die so groß in diesem einen sind, wie sie bei allen übrigen Feldherren nicht waren, von denen wir entweder gehört oder die wir gesehen haben.

[29] iam vero virtuti Cn. Pompei quae potest oratio par inveniri? Quid est quod quisquam aut illo dignum aut vobis novum aut cuiquam inauditum possit adferre? Neque enim illae sunt solae virtutes imperatoriae, quae volgo existimantur, -- labor in negotiis, fortitudo in periculis, industria in agendo, celeritas in conficiendo, consilium in providiendo: quae tanta sunt in hoc uno, quanta in omnibus reliquis imperatoribus, quos aut vidimus aut audivimus, non fuerunt.

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[30] Beweis ist Italien. Sulla, selbst Sieger, hat eingestanden, dass dieses befreit worden ist, durch dessen Tapferkeit und durch seine Hilfe. Beweis ist Sizilien, umschlungen von vielen Gefahren aus allen Richtungen, das er nicht durch den Schrecken des Krieges, sondern durch eine schnelle Entscheidung befreit hat. Beweis ist Afrika, welches von sehr großen feindlichen Truppen bedrückt war und vom eigenen Blut überfloß. Beweis ist Gallien, durch welches unseren Legionen der Weg nach Spanien durch die Niedermetzelung der Gallier geöffnet wurde. Beweis ist Spanien, das sehr oft sehr viele Feinde, von ihm überwunden und niedergestreckt, erblickt hat. Beweis ist wiederum und wie so oft Italien, das von diesem Abwesenden Hilfe erbat, als es vom häßlichen und gefährlichen Sklavenkrieg bedrückt war. Dieser Krieg wurde durch die Erwartung (der Ankunft) desselben abgeschwächt und bedeutungslos; durch seine Ankunft begraben und beseitigt.

[30] Testis est Italia, quam ille ipse victor L. Sulla huius virtute et subsidio confessus est liberata. Testis est Sicilia, quam multis undique cinctam periculis non terrore belli, sed consili celeritate explicavit. Testis est Africa, quae, magnis oppressa hostium copiis, eorum ipsorum sanguine redundavit. Testis est Gallia, per quam legionibus nostris iter in Hispaniam Gallorum internecione patefactum est. Testis est Hispania, quae saepissime plurimos hostis ab hoc superatos prostratosque conspexit. Testis est iterum et saepius Italia, quae cum servili bello taetro periculosoque premeretur, ab hoc auxilium absente expetivit: quod bellum exspectatione eius attentuatum atque imminutum est, adventu sublatum ac sepultum.

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[31] Zeugen sind nun aber alle Küsten und alle äußeren Völker und Nationen; alle Meere, einerseits die Meeresfläche, andererseits an den einzelnen Küsten alle Buchten und Häfen. Welcher Ort hatte nämlich in den letzten Jahren entweder einen so großen Schutz, dass es sicher war oder welcher Ort war so versteckt, dass er verborgen blieb. Wer segelte, der sich nicht entweder in die Gefahr des Todes oder der Sklaverei begibt, wenn er entweder im Winter oder auf dem von Piraten vollgestopften Meer herumsegelte. Wer hätte denn jemals geglaubt, dass dieser so große, dieser so peinliche, dieser schon so alte, dieser so weit ausgebreitete und auf viele Orte verteilte Krieg entweder von allen Feldherren in einem Jahr oder von einem Feldherren in vielen Jahren beendet werden konnte?

[31] Testes nunc vero iam omnes orae atque omnes exterae gentes ac nationes, denique maria omnia cum universa, tum in singulis oris omnes sinus at portus. Quis enim toto mari locus per hos annos aut tam firmum habuit praesidium ut tutus esset, aut tam fuit abditus ut lateret? Quis navigavit qui non se aut mortis aut servitutis periculo committeret, cum aut hieme aut referto praedonum mari navigaret? Hoc tantum belum, tam turpe, tam vetus, tam late divisum atque dispersum, quis umquam arbitraretur aut ab omnibus imperatoribus uno anno aut omnibus annis ab uno imperatore confici posse?

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[32] Welche Provinz hattet ihr denn wirklich durch all diese Jahre frei von Seeräubern? Welche Steuer war euch denn noch sicher? Welchen Bundesgenossen habt ihr denn noch verteidigt? Für wen wart ihr denn noch ein Schutz mit euren Flotten? Wie viele, glaubt ihr, sind verlassen worden, wie viele Städte der Bundesgenossen, glaubt ihr, sind aus Furcht verlassen oder von Seeräubern eingenommen worden? Aber was will ich weit entferntes erwähnen? Dies war einst ein Wesenszug des römischen Volkes, weit entfernt von der Heimat zu kämpfen und durch die vorgeschobenen Bollwerke das Schicksal der Bundesgenossen zu verteidigen und nicht seine eigenen Häuser verteidigen zu müssen. Muß ich da noch sagen, dass unseren Bundesgenossen das Meer durch diese Jahre hindurch verschlossen geblieben ist, wenn eure Heere niemals von Brundisium aus übersetzten außer im tiefsten Winter? Muß ich da noch die Gefangenen beklagen, die zu euch aus dem Ausland kamen, während doch Gesandte des römischen Volkes freigekauft wurden? Kann ich da noch sagen, dass das Meer für die Händler sicher war, wenn zwölf Lictoren in die Macht der Seeräuber gelangten?

[32] Quam provinciam tenuistis a praedonibus liberam per hosce annos? quod vectigal vobis tutum fuit? quem socium defendistis? cui praesidio classibus vestris fuistis? quam multas existimatis insulas esse desertas? quam multas aut metu relictas aut a praedonibus captas urbis esse sociorum? Sed quid ego longinqua commemoro? Fuit hoc quondam, fuit proprium populi Romani, longe a domo bellare, et propugnaculis imperi sociorum fortunas, non sua tecta defendere. Sociis ego nostris mare per hos annos clausum fuisse dicam, cum exercitus vestri numquam a Brundisio nisi hieme summa transmiserint? Qui ad vos ab exteris nationibus venirent captos querar, cum legati populi Romani redempti sint? Mercatoribus tutum mare non fuisse dicam, cum duodecim secures in praedonum potestatem pervenerint?

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[33] Soll ich noch an Cnidus oder an Colophon oder an Samus, sehr erhabene Städte, erinnern oder an die unzähligen anderen, die erobert wurden, da ihr ja wißt, dass eure Häfen und die Häfen, von denen ihr eure Lebenskraft bezieht, in der Hand der Seeräuber gewesen sind? Wißt ihr etwa nicht, dass der sehr berühmte Hafen Caieta, der voll von Schiffen war, unter den Augen des Praetors von Seeräubern geplündert wurde und dass aus Misenum die Kinder selbst dessen, der vorher mit den Seeräubern Krieg führte, eben von diesen geraubt wurden? Soll ich dann noch an diese kleine Unbequemlichkeit von Ostia erinnern und den Untergang und die Schande des Staates beklagen, wo fast vor euren Augen die Flotte, der ein Konsul des römischen Volkes vorangestellt war, angegriffen und gekapert wurde? Bei den unsterblichen Göttern! Konnte nun die so große, unglaubliche und göttliche Tatkraft eines einzigen Mannes in so kurzer Zeit dem Staat das Licht wiederbringen, dass ihr, die ihr eben noch vor der Mündung des Tibers eine feindliche Flotte gesehen habt, jetzt hört, dass kein Schiff der Seeräuber innerhalb des Mittelmeeres mehr ist.

[33] Cnidum aut Colophonem aut Samum, nobilissimas urbis, innumerabilisque alias captas esse commemorem, cum vestros portus, atque eos portus quibus vitam ac spiritum ducitis, in praedonum fuisse potestatem sciatis? An vero ignoratis portum Caietae celeberrimum ac plenissimum navium inspectante praetore a praedonibus esse direptum? ex Miseno autem eius ipsius liberos, qui cum praedonibus antea ibi bellum gesserat, a praedonibus esse sublatos? Nam quid ego Ostiense incommodum atque illam labem atque ignominiam rei publicae querar, cum, prope inspectantibus vobis, classis ea, cui consul populi Romani praepositus esset, a praedonibus capta atque oppressa est? Pro di immortales! tantamne unius hominis incredibilis ac divina virtus tam brevi tempore lucem adferre rei publicae potuit, ut vos, qui modo anti ostium Tiberinum classem hostium videbatis, ei nunc nullam intra Oceani ostium praedonum navem esse audiatis?

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[34] Und mit welcher Geschwindigkeit diese Dinge gemacht wurden darf, obwohl ihr es ja seht, dennoch von mir in meiner Rede nicht übergangen werden. Wer nämlich konnte jemals im Eifer des Geschäftemachens oder im Eifer Geld zu verdienen, in so kurzer Zeit so viele Orte besuchen und so viele Strecken zurücklegen, wie der Sturm eines so großen Krieges unter Pompeius segelte? (nicht meine Idee - so steht's im Text) Dieser besuchte Sizilien als das Meer noch nicht zum Segeln geeignet war. Er erforschte Afrika, kam mit seiner Flotte nach Sardinien und sicherte diese drei Kornkammern des Staates durch sehr starke Posten und durch die Flotte.

[34] Atque haec qua celeritate gesta sint quamquam videtis, tamen a me in dicendo praetereunda non sunt. Quis enim umquam aut obeundi negoti aut consequendi quaestus studio tam brevi tempore tot loca adire, tantos cursus conficere potuit, quam celeriter Cn. Pompeio duce tanti belli impetus navigavit? Qui nondum tempestivo ad navigandum mari Siciliam adiit, Africam exploravit; inde Sardiniam cum classe venit, atque haec tria frumentaria subsidia rei publicae firmissimis praesidiis classibusque munivit;

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[35] Dann, als er nach Italien zurückkehrte, sicherte er Spanien diesseits und jenseits des Ebro und Gallien durch Posten und Schiffe, schickte ebenso Schiffe in die Adria, nach Achaia und nach ganz Griechenland, sicherte die beiden Italien umspülende Meere durch eine sehr große Flotte und durch starke Befestigungen, brach aber selbst nach Brundisium auf und verband ganz Cilicia mit dem römischen Reich in nur 48 Tagen; und überall, wo es Seeräuber gab, wurden sie teils gefaßt und getötet, teils ergaben sie sich diesem einen auf Gnade und Ungnade. Auch den Kretern, die ihm bis nach Pamphylien Gesandte um Gnade schickten, nahm er nicht die Hoffnung auf Kapitulation, sondern forderte nur Geiseln. So hat er diesen so großen, so langen, so weit verzweigten Krieg, unter dem alle Völker und Nationen litten, am Ende des Winters vorbereitet, am Anfang des Frühlings begonnen und in der Mitte des Sommers beendet.

[35] inde cum se in Italiam recepisset, duabus Hispanis et Gallia [transalpina] praesidiis ac navibus confirmata, missis item in oram Illyrici maris et in Achaiam omnemque Graeciam navibus, Italiae duo maria maximis classibus firmissimisque praesidiis adornavit; ipse autem ut Brundisio profectus est, undequinquagesimo die totam ad imperium populi Romani Ciliciam adiunxit; omnes, qui ubique praedones fuerunt, partim capti interfectique sunt, partim unius huius se imperio ac potestati dediderunt. Idem Cretensibus, cum ad eum usque in Pamphyliam legatos deprecatoresque misissent, spem deditionis non ademit, obsidesque imperavit. Ita tantum bellum, tam diuturunum, tam longe lateque dispersum, quo bello omnes gentes ac nationes premebantur, Cn. Pompeius extrema hieme apparavit, ineunte vere susceptit, media aestate confecit.

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Seine Uneigennützigkeit

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[36] Dies ist also die unvergleichliche, kaum vorstellbare Tatkraft des Feldherrn Pompeius; wie groß und zahlreich aber sind erst seine übrigen Eigenschaften, die ich kurz zuvor aufzuzählen begann! Man darf ja vom vollendeten Feldherrn nicht nur Kriegskunst fordern, nein, es gibt nicht wenige hervorragende Eigenschaften, die solches Können stützen und begleiten müssen. Zuerst also, wie uneigennützig müssen Feldherren sein! Wie beherrscht in allen Dingen! Wie ausgeprägt muß ihre Redlichkeit sein, die leichte Hand im Umgang, die geistige Kraft, die Güte! Wir wollen nun kurz betrachten, wie sich diese Eigenschaften bei Cnaeus Pompeius zeigen, denn, Ihr Quiriten, sie sind zwar im höchsten Grade vorhanden, doch kann man sie eher aus dem Vergleich mit anderen erkennen und fassen als für sich allein.

[36] Est haec divina atque incredibilis virtus imperatoris. Quid ceterae, quas paulo ante commemorare coeperam, quantae atque quam multae sunt? Non enim bellandi virtus solum in summo ac perfecto imperatore quaerenda est, sed multae sunt artes eximiae huius administrae comitesque virtutis. Ac primum, quanta innocentia debent esse imperatores? quanta deinde in omnibus rebus temperantia? quanta fide? quanta facilitate? quanto ingenio? quanta humanitate? Quae breviter qualia sint in Cn. Pompeio consideremus: summa enim omnia sunt, Quirites, sed ea magis ex aliorum contentione quam ipsa per sese cognosci atque intellegi possunt.

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[37] Können wir nämlich einem Feldherrn überhaupt noch Wert zuschreiben, in dessen Heer die Centurionenstellen käuflich sind und tatsächlich verkauft wurden? Was wird so ein Mann Hohes und Bedeutendes vom Gemeinwesen denken, der aus Begier, seine Provinz zu behalten, an Beamte Geld verteilte, das er der Staatskasse zur Kriegführung entnahm oder aus Habsucht in Rom auf Zinsen auslieh? Euer Gemurmel, Bürger Roms, läßt mich glauben, ihr erkennt, wir dies getan hat; ich jedoch nenne keine Namen, und so kann mir niemand böse sein, ohne zugleich ein Geständnis gegen sich abzulegen. Und wer weiß nicht, welches Unheil unsere Heere, wohin sie auch kommen, infolge der Habgier der Feldherren mitbringen?

[37] Quem enim imperatorem possumus ullo in numero putare, cuius in exercitu centuriatus veneant atque venierint? Quid hunc hominem magnum aut amplum de re publica cogitare, qui pecuniam, ex aerario depromptam ad bellum administrandum, aut propter cupiditatem provinciae magistratibus diviserit, aut propter avaritiam Romae in quaestu reliquerit? Vestra admurmuratio facit, Quirites, ut agnoscere videamini qui haec fecerint: ego autem nomino neminem; qua re irasci mihi nemo poterit, nisi qui ante de se voluerit confiteri. Itaque propter hanc avaritiam imperatorum quantas calamitates, quocumque ventum est, nostri exercitus ferant quis ignorat?

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[38] Erinnert euch nur an die Märsche, die unsere Feldherrn in den letzten Jahren durch die Felder und Städte römischer Bürger machten, dann werdet ihr leichter feststellen, wie es bei fremden Nationen geschieht! Glaubt ihr, dass mehr Städte der Feinde in den letzten Jahren durch die Waffen eurer Soldaten oder mehr Bürgerschaften der Bundesgenossen durch Winterquartiere zerstört wurden? Denn weder kann ein Feldherr, der sich selbst nicht in der Gewalt hat, sein Heer in Ordnung halten, noch kann einer als Richter Strenge üben, der gegen sich keine strengen Richter wünscht.

[38] Itinera quae per hosce annos in Italia per agros atque oppida civium Romanorum nostri imperatores fecerint recordamini: tum facilius statuetis quid apud exteras nationes fieri existimetis. Utrum pluris arbitramini per hosce annos militum vestrorum armis hostium urbis, an hibernis sociorum civitates esse deletas? Neque enim potest exercitum is continere imperator, qui se ipse non continet, neque severus esse in iudicando, qui alios in se severos esse iudices non volt.

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[39] Und da wundern wir uns, dass dieser Mann andere so sehr übertrifft, er, dessen Legionen in solcher Ordnung nach Asien kamen, dass dieses große Heer nicht nur mit keiner Hand einem friedlichen Menschen schadete, sondern nicht einmal durch einen unrechten Tritt. Auch kommen täglich mündlich und brieflich Berichte vom Verhalten unserer Soldaten im Winterlager: es wird nicht allein niemand Gewalt angetan, damit er für die Soldaten etwas springen läßt, sondern selbst, wenn einer es möchte, wird es ihm nicht erlaubt. Unsere Vorfahren wollten nämlich, dass die Häuser der Bundesgenossen und Freunde eine Zuflucht vor dem Winter nicht aber für die Habsucht sein sollten.

[39] Hic miramur hunc hominem tantum excellere ceteris, cuius legiones sic in Asiam pervenerint, ut non modo manus tanti exercitus, sed ne vestigium quidem cuiquam pacato nocuisse dicatur? iam vero quem ad modum milites hibernent cotidie sermones ac litterae perferuntur: non modo ut sumptum faciat in militem nemini vis adfertur, sed ne cupienti quidem cuiquam permittitur. Hiemis enim, non avaritiae perfugium maiores nostri in sociorum atque amicorum tectis esse voluerunt.

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Sein maßvolles und menschliches Verhalten

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[40] Seht nun weiter wie groß seine Mäßigung auch in anderen Dingen ist! Wodurch glaubt ihr, ist seine so große Schnelligkeit und so unglaublich rasche Fahrt möglich? Denn weder trugen ihn die außerordentliche Kraft seiner Ruderer noch eine unerhörte, geheimnisvolle Steuerkunst noch irgendwelche nie dagewesenen Winde so rasch bis ans Ende der Welt - das nicht, sondern was andere Menschen hemmt, hielt ihn nicht zurück: Nicht lockte ihn Habgier nach einer Beute von der begonnenen Bahn, nicht Begierde zum Genuß, nicht eine reizvolle Landschaft zur Ergötzung, nicht der Ruhm einer Stadt zur Besichtigung, ja nicht einmal die Mühe selbst zum Ausruhen; Schließlich glaubte er Statuen, Gemälde und die übrigen Kunstgegenstände der großen Städte, die andere mitnehmen zu müssen glauben, nicht einmal besichtigen zu dürfen.

[40] Age vero: ceteris in rebus quali sit temperantia considerate. Unde illam tantam celeritatem et tam incredibilem cursum inventum putatis? Non enim illum eximia vis remigum aut ars inaudita quaedam gubernandi aut venti aliqui novi tam celeriter in ultimas terras pertulerunt; sed eae res quae ceteros remorari solent, non retardarunt: non avaritia ab instituto cursu ad praedam aliquam devocavit, non libido ad voluptatem, non amoenitas ad delectationem, non nobilitas urbis ad cognitionem, non denique labor ipse ad quietem; postremo signa et tabulas ceteraque ornamenta Graecorum oppidorum, quae ceteri tellenda esse arbitrantur, ea sibi ille ne visenda quidem existimavit.

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[41] Deshalb betrachten alle in diesen Orten Pompeius so wie irgendeinen, der nicht aus dieser Stadt (Rom) geschickt wurde, sondern wie einen, der vom Himmel herabgestiegen ist; nun schließlich beginnen sie zu glauben, dass es einst wirklich römische Menschen von solcher Zurückhaltung gab; eine Tatsache, die schon den entferntesten Nationen unglaublich und falsch in Erinnerung gerufen worden zu sein schien. Nun beginnt der Glanz eures Reiches bei jenen Stämmen das Licht zu verbreiten. Nun sehen sie ein, dass ihre Vorfahren damals, als wir Magistrate von dieser Selbstbeherrschung hatten, nicht ohne Grund lieber dem römischen Volk dienen als selbst anderen befehlen wollten. Auch sagt man, dass Privatleute so unbehindert zu ihm vordringen, so frei sich über fremdes Unrecht beklagen dürfen, dass er, der noch die ersten Männer an Würde überragt, an Leutseligkeit den Niedrigsten gleich scheint.

[41] Itaque omnes nunc in eis locis Cn. Pompeium sicut aliquem non ex hac urbe missum, sed de caelo delapsum intuentur. Nunc denique incipiunt credere fuisse homines Romanos hac quondam continentia, quod iam nationibus exteris incredibile ac falso memoriae proditum videbatur. Nunc imperi vestri splendor illis gentibus lucem adferre coepit. Nunc intellegunt non sine causa maiores suos, tum cum ea temperantia magistratus habebamus, servire populo Romano quam imperare aliis maluisse. iam vero ita faciles aditus ad eum privatorum, ita liberae querimonia de aliorum iniuriis esse dicuntur, ut is, qui dignitate principibus excellit, facilitate infimis par esse videatur.

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[42] Und wie klar seine staatsmännische Einsicht, wie groß die Macht und Fülle seiner Rede ist - und gerade darin liegt ein Vorzug, der dem Feldherrn wohl ansteht - konntet ihr, ihr Quiriten, schon oft gerade hier erkennen. Was aber muß sein Wort bei unseren Bundesgenossen gelten, da es alle unsere Feinde für unverbrüchlich ansehen? Ferner ist er so menschenfreundlich, dass man schwer sagen kann, ob die Feinde eher seinen Mut im Kampfe gefürchtet haben oder die Milde nach der Niederlage höher zu schätzen wußten. Und da will noch einer zweifeln, ob man diesem Mann einen so schweren Krieg anvertrauen soll, der doch zur Vollendung aller Kriege unserer Zeit wie durch göttliche Vorsehung bestimmt schien?

[42] iam quantum consilio, quantum dicendi gravitate et copia valeat, -- in quo ipso inest quaedam dignitas imperatoria, -- vos, Quirites, hoc ipso ex loco saepe cognovistis. Fidem vero eius quantam inter socios existimari putatis, quam hostes omnes omnium generum sanctissimam iudicarint? Humanitate iam tanta est, ut difficile dictu sit utrum hostes magis virtutem eius pugnantes timuerint, an mansuetudinem victi dilexerint. Et quisquam dubitabit quin huic hoc tantum bellum transmittendum sit, qui ad omnia nostrae memoriae bella conficienda divino quodam consilio natus esse videatur?

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Sein Ansehen

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[43] Und weil Autorität auch beim Kriegführen und beim militärischen Oberbefehl viel zählt, zweifelt sicher niemand, dass gerade jener Feldherr in diesen Sachen viel vermag. Wer weiß nicht, dass es beim Kriegführen davon abhängt, was die Feinde, was die Bundesgenossen von unserem Feldherrn halten? Denn wir wissen, dass die Menschen in einer so großen Sache nicht weniger von (subjektiven) Meinungen und Gerüchten als von Überlegungen dazu bewegt werden, dass sie ihn verachten oder fürchten oder hassen oder lieben. Welcher Name war also jemals auf der Welt berühmter, wessen Taten gleichwertig? Über welchen Menschen habt ihr ein so großes und so berühmtes Urteil gefällt, was sehr großes Ansehen erzeugt?

[43] Et quoniam auctoritas quoque in bellis administrandis multum atque in imperio militari valet, certe nemini dubium est quin ea re idem ille imperator plurimum possit. Vehementer autem pertinere ad bella administranda quid hostes, quid socii de imperatoribus nostris existiment quis ignorat, cum sciamus homines in tantis rebus, ut aut contemnant aut metuant aut oderint aut ament, opinione non minus et fama quam aliqua ratione certa commoveri? Quod igitur nomen umquam in orbe terrarum clarius fuit? cuius res gestae pares? de quo homine vos, -- id quod maxime facit auctoritatem, -- tanta et tam praeclara iudicia fecistis?

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[44] Glaubt ihr, dass es irgendeine so abgelegene Küste gibt, dass nicht eines Tages sein Ruf dorthin vordringen würde, wenn das gesamte römische Volk auf dem vollgestopften Forum und von allen gefüllten Tempeln, von denen man diesen Ort hier sehen kann, als einzigen Feldherren für den gemeinsamen Krieg aller Völker Cnaeus Pompeius gefordert hat? Daher, um nicht noch mehr zu sagen und um auch nicht durch Beispiele anderer zu belegen, wieviel das Ansehen im Krieg zählt, sollen Beispiele von Pompeius selbst von allen herausragenden Dingen genommen werden. An demselben Tag, an dem dieser dem Seeräuberkrieg von euch vorangestellt worden ist, folgte unmittelbar eine so große Verbilligung der Lebensmittel aus höchster Teuerung des Getreides und Not heraus, allein durch die Hoffnung und den Namen eines einzigen Menschen, wie sie (die Verbilligung) kaum ein langdauernder Friede bei reichster Fruchtbarkeit der Felder hätte bewirken können.

[44] An vero ullam usquam esse oram tam desertam putatis, quo non illius diei fama pervaserit, cum universus populus Romanus, referto foro completisque omnibus templis ex quibus hic locus conspici potest, unum sibi ad commune omnium gentium bellum Cn. Pompeium imperatorem deposcit? Itaque -- ut plura non dicam, neque aliorum exemplis confirmem quantum [huius] auctoritas valeat in bello -- ab eodem Cn. Pompeio omnium rerum egregiarum exempla sumantur: qui quo die a vobis maritimo bello praepositus est imperator, tanta repente vilitas annonae ex summa inopia et caritate rei frumentariae consecuta est unius hominis spe ac nomine, quantum vix in summa ubertate agrorum diuturna pax efficere potuisset.

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[45] Als ihr im Pontus eine Niederlage in dem Krieg, an den ich euch schon vorher gegen meinen Willen erinnert habe, einstecken mußtet, als die Bundesgenossen sich sehr fürchteten, als die Rüstung und der Mut der Feinde schon gestiegen war und als die Provinz keinen genügend starken Schutz hatte, hättet ihr, ihr Quiriten, Asien verloren, wenn nicht zum entscheidenden Zeitpunkt das Schicksal des römischen Volkes den Cnaeus Pompeius in diese Gegend gebracht hätte. Seine Ankunft hielt sowohl den Mithridates, der durch den überraschenden Sieg aufgeblasen war, in Schranken und stoppte auch Tigranes, der mit großer Heeresmacht Asien bedrohte. Und wird jemand daran zweifeln, was jener mit Tapferkeit noch erreichen wird, der soviel schon durch Ansehen vollendet hat? Und wird jemand daran zweifeln, wie leicht er - mit einem Oberbefehl und einem Heer ausgestattet - die Bundesgenossen und Steuern bewahren wird, der diese allein schon durch seinen Namen und Ruf verteidigt hat?

[45] iam accepta in Ponto calamitate ex eo proelio, de quo vos paulo ante invitus admonui, -- cum socii pertimuissent, hostium opes animique crevissent, satis firmum praesidium provincia non haberet, -- amisissetis Asiam, Quirites, nisi ad ipsum discrimen eius temporis divinitus Cn. Pompeium ad eas regiones fortuna populi Romani attulisset. Huius adventus et Mithridatem insolita inflammatum victoria continuit, et Tigranem magnis copiis minitantem Asiae retardavit. Et quisquam dubitabit quid virtute perfecturus sit, qui tantum auctoritate perfecerit? aut quam facile imperio atque exercitu socios et vectigalia conservaturus sit, qui ipso nomine ac rumore defenderit?

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[46] Weiterhin: Welches Ansehen jenes Menschen bei den Feinden des römischen Volkes erklärt uns jene Sache, dass aus so weit entfernten und so weit auseinanderliegenden Orten alle sich in so kurzer Zeit diesem einen ergeben haben und dass die Gesandten der Kreter, obwohl sich auf der Insel ein Feldherr und ein Heer aufgehalten haben, zu Cnaeus Pompeius fast in die entlegensten Länder gekommen waren um ihm zu sagen, dass sich aller Völker der Kreter ihm ergeben wollen. Und hat nicht Mithridates selbst an eben diesen Cnaeus Pompeius einen Gesandten bis nach Spanien geschickt, und zwar einen Mann, den Pompeius immer als Gesandten ansah, den aber die, zu deren Leidwesen er geschickt war, eher als Kundschafter denn als Boten aufgefaßt wissen wollten. Ihr könnt nun also beurteilen, ihr Quiriten, wie hoch ihr das Gewicht dieses Ansehens, das später durch viele Taten und eure ehrenvolle Beschlüsse noch wuchs, bei jenen Königen und bei den auswärtigen Völkern für die Zukunft anschlagen sollt.

[46] Age vero, illa res quantam declarat eiusdem hominis apud hostis populi Romani autoritatem, quod ex locis tam longinquis tamque diversis tam brevi tempore omnes huic se uni dediderunt? quod a communi Cretensium legati, cum in eorum insula noster imperator exercitusque esset, ad Cn. Pompeium in ultimas prope terras venerunt, eique se omnis Cretensium civitates dedere velle dixerunt? Quid? idem iste Mithridates nonne ad eundem Cn. Pompeium legatum usque in Hispaniam misit? eum quem Pompeius legatum semper iudicavit, ei quibus erat [semper] molestum ad eum potissimum esse missum, speculatorem quam legatum iudicari maluerunt. Potestis igitur iam constituere, Quirites, hanc auctoritatem, multis postea rebus gestis magnisque vestris iudiciis amplificatam, quantum apud illos reges, quantum apud exteras nationes valituram esse existimetis.

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Sein Glück

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[47] Es bleibt übrig, dass ich ehrfürchtig und ein wenig, wie es für einen Menschen über die Macht der Götter angemessen ist, über das Glück spreche, für welches bei sich selbst niemand bürgen kann, welches wir aber bei anderen erwähnen und anführen können. Ich nämlich glaube so, dass dem Maximus, dem Marcellus, dem Scipio, dem Marius und den übrigen großen Feldherren nicht allein wegen ihrer Tapferkeit, sondern auch wegen ihres Glückes öfters Imperien gegeben und Heere anvertraut wurden. Denn sicher stand manchem großen Manne ein geheimnisvolles, vom Himmel geschicktes Glück zur Seite, um ihn zu erhöhen, ihn berühmt zu machen und große Taten glücklich ausführen zu lassen. Doch will ich vom Glück des Mannes, von dem hier die Rede ist, mit der erwähnten Zurückhaltung sprechen, nicht nämlich um zu behaupten, das Glück stände in seiner Gewalt, sondern um zu zeigen, dass wir Vergangenes erwähnen und Zukünftiges erhoffen, dass meine rede den unsterblichen Göttern nicht verhaßt oder undankbar erscheint.

[47] Reliquum est ut de felicitate (quam praestare de se ipso nemo potest, meminisse et commemorare de altero possumus, sicut aequum est homines de potestate deorum) timide et pauca dicamus. Ego enim sic existimo: Maximo, Marcello, Scipioni, Mario, et ceteris magnis imperatoribus non solum propter virtutem, sed etiam propter fortunam saepius imperia mandata atque exercitus esse commissos. Fuit enim profecto quibusdam summis viris quaedam ad amplitudinem et ad gloriam et ad res magnas bene gerendas divinitus adiuncta fortuna. De huius autem hominis felicitate, de quo nunc agimus, hac utar moderatione dicendi, non ut in illius potestate fortunam positam esse dicam, sed ut praeterita meminisse, reliqua sperare videamur, ne aut invisa dis immortalibus oratio nostra aut ingrata esse videatur.

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[48] Ich will also nicht rühmen, wie große Taten dieser Mann in der Heimat und im Felde, zu Wasser und zu Land vollbrachte, und mit welchem Glück, wie seinen Absichten stets nicht nur die Bürger beistimmten, die Bundesgenossen sich fügten, die Feinde sich unterwarfen, sondern sogar Winde und Wetter günstig waren; ich will nur in aller Kürze sagen, dass keiner je so unbescheiden war, von den unsterblichen Göttern so viele und große Geschenke im stillen zu wünschen, als die unsterblichen Götter auf Cnaesus Pompeius häuften. Dass jenem dieses Glück für immer zu eigen sei, ihr Quiriten, müßt ihr nicht nur zum Wohl der Allgemeinheit und der Staates, sondern auch um seiner selbst willen sowohl wollen als auch wünschen, was ihr ja sowieso tut.

[48] Itaque non sum praedicaturus quantas ille res domi militiae, terra marique, quantaque felicitate gesserit; ut eius semper voluntatibus non modo cives adsenserint, socii obtemperarint, hostes obedierint, sed etiam venti tempestatesque obsecundarint: hoc brevissime dicam, neminem umquam tam impudentem fuisse, qui ab dis immortalibus tot et tantas res tacitus auderet optare, quot et quantas di immortales ad Cn. Pompeium detulerunt. Quod ut illi proprium ac perpetuum sit, Quirites, cum communis solutis atque imperi tum ipsius hominis causa, sicuti facitis, velle et optare debetis.

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Zusammenfassung

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[49] Also, obwohl der Krieg so notwendig ist, dass er nicht vernachlässigt werden kann, so groß. dass er äußerst sorgfältig geführt werden muß, und obwohl ihr diesen Feldherren voranstellen könnt, in dem äußerstes Wissen im Krieg, herausragende Tapferkeit, hochberühmte Glaubwürdigkeit und ausgezeichnetes Glück sind, da könnt ihr überhaupt noch zweifeln, dass ihr nicht dieses so große Gut, welches euch von den unsterblichen Göttern angeboten und gegeben wurde, benutzt zur Bewahrung und Vergrößerung des Staates?

[49] Qua re, -- cum et bellum sit ita necessarium ut neglegi non possit, ita magnum ut accuratissime sit administrandum; et cum ei imperatorem praeficere possitis, in quo sit eximia belli scientia, singularis virtus, clarissima auctoritas, egregia fortuna, -- dubitatis Quirites, quin hoc tantum boni, quod vobis ab dis immortalibus oblatum et datum est, in rem publicam conservandam atque amplificandam conferatis?

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[50] Auch wenn Pompeius zu dieser Zeit als Privatmann in Rom wäre, müßte dieser dennoch zu einem so großen Krieg ausgewählt und geschickt werden; nun aber auf was warten wir, da zu den übrigen höchsten Vorteilen auch die günstige Gelegenheit dazukommt, dass er selbst in diesen Orten ist, dass er ein Heer hat und dass er von denen, die ein Heer haben, es sofort empfangen könnte? Aber warum vertrauen wir nicht demselben, dem schon die übrigen Kriege zum höchsten Wohl des Staates anvertraut wurden, unter dem Beistand der unsterblichen Götter, auch diesen Krieg gegen den König an?

[50] Quod si Romae Cn. Pompeius privatus esset hoc tempore, tamen ad tantum bellum is erat deligendus atque mittendus: nunc cum ad ceteras summas utilitates haec quoque opportunitas adiungatur, ut in eis ipsis locis adsit, ut habeat exercitum, ut ab eis qui habent accipere statim possit, quid exspectamus? aut cur non dicibus dis immortalibus eidem, cui cetera summa cum salute rei publicae commissa sunt, hoc quoque bellum regium committamus?

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