Am 24. Oktober 51 erblickte Titus Flavius Domitianus das Licht der Welt. Als jüngster Sohn des Vespasian (69-79) und
der Flavia Domitilla wuchs er in Rom auf. Im Jahre 69, nachdem sein Vater im Osten zum Kaiser ausgerufen worden war,
geriet er in Rom in Lebensgefahr, da die Anhänger des Kaisers Vitellius (69) alle möglichen in Rom befindlichen
Sympathisanten Vespasians ermorden wollten. Domitian wurde mit seinem Onkel Flavius Sabinus und weiteren Anhängern
auf dem Kapitol von den Soldaten des Vitellius eingeschlossen. Laut Sueton entkam Domitian dem Tod nur, indem er sich
als Isis-Priester verkleidete. Sein Onkel hingegen fand bei den Kämpfen den Tod. Erst nach der Verkündung des Sieges
der Truppen des Vespasian und dem Tod des Vitellius zeigte sich Domitian wieder in der Öffentlichkeit und wurde als
Cäsar begrüßt. Da sein Vater und sein Bruder Titus sich nach wie vor im Osten aufhielten und die Konsuln nicht in
Rom anwesend waren, übernahm Domitian die Amtsgeschäfte als Stadtpräfekt mit Konsularrang. Nach der Ankunft seines
Vaters in Rom wurde Domitian von der Macht fast ausgeschlossen, da Vespasian seinen erstgeborenen Sohn Titus
als idealen Mitarbeiter und natürlichen Nachfolger ansah. Diese Zurücksetzung wird schon durch die Vergabe
der Konsulatswürde deutlich: Titus war bis zu seiner Thronbesteigung siebenmal Konsul, Domitian nur einmal.
Der frühe Tod seines Bruders (14.09. 81) und das Fehlen von Erben brachte Domitian im Alter von 30 Jahren
auf den Thron. Sein Herrschaftsstil nahm schnell orientalische und autokratische Züge an: die Titel "dominus
et deus" (Herr und Gott), "censor perpetuus" (Zensor auf Lebenszeit) und gesteigerte Ehrungen erregten den
Unmut der Senatoren. Beim Volk und beim Herr war er jedoch überaus beleibt, da er regelmäßig Geldschenkungen
bzw. großartige Zirkusspiele (wie die "ludi saeculares", die "Jahrhundertspiele" - Feiern zum 800-jährigen
Bestehen Roms) durchführen ließ. Die Wiederherstellung des Kapitols, eine streng kontrollierte Reichsverwaltung
und siegreiche Feldzüge gegen die Chatten, Daker und Sarmaten steigerten seine Beliebtheit. Doch ungezügelte
Gewaltausbrüche, Majestätsprozesse und die Vertreibung der Philosophen führten zu mehreren Komplotten gegen
Domitian. So erhob sich (erfolglos) am 01.01. 89 der Statthalter der Provinz "Germania superior", Lucius Antonius
Saturninus, gegen Domitian. Am 18. September 96 wurde Domitian schließlich in dem neu fertiggestellten
Kaiserpalast auf dem Palatin von einem Verwalter seiner Nichte Flavia Domitilla verwundet und von weiteren
Freigelassenen ermordet.
Mit Domitian endete die flavische Dynastie und der Senat übernahm die Aufgabe, einen Nachfolger zu wählen. Über Domitian wurde die "damnatio memoriae" ausgesprochen.