Den Caesarmördern gelang es freilich nicht, das Rad der Zeit
zurückzudrehen und es entbrannte ein Machtkampf um die
Nachfolge Caesars. Die Vertrauten Caesars waren fest entschlossen den
Tod ihres Diktators zu rächen. Unter ihnen
befanden sich Marcus Aemilius Lepidus und Octavian, der Adoptivsohn
Caesars, der besonders mit dem Weggefährten
Caesars, Marcus Antonius, um Macht und Ehre kämpfte. Diese drei Männer
sollten das Zweite Triumvirat bilden. Unter
ihrer Führung gelang es die Mörder und Gegner Caesars einzukerkern oder
zu töten. Unter den Getöteten befanden sich
300 Senatoren und 200 equi (Ritter).
Bei der Aufteilung des Reiches erhielten Octavian des Westen, Antonius
den Osten und Lepidus Afrika zugeteilt. Um den Streit mit Marcus
Antonius vollständig beizulegen, gab ihm Octavian seine Tochter zur
Frau. Schon bald darauf
gelang es Octavian Lepidus auszuschalten und damit auch die Macht über
Afrika zu erlangen. Das Triumvirat begann zu
bröckeln und zerfiel schließlich an der Tatsache, dass Antonius für
Kleopatra, der Königin
von Ägypten, Octavians Tochter verließ. Octavian erkannte den Sohn, den
Kleopatra Caesar schenkte, als rechtmäßigen
Miterben Caesars an und dadurch wurde Octavian in seiner Machtausübung
gefährdet. Ein Krieg war für ihn
unumgänglich geworden, wollte er weiterhin alleiniger Herrscher bleiben.
Es sollte 31 vor Chr. zur alles entscheidenden
Seeschlacht von Actium (Westgriechenland) kommen.
Octavian mit 260 leichten und gut manövrierbaren Schiffen, stand
Antonius gegenüber, der mit 220 schweren Schiffen angerückt
war. Die Schlacht stand lange Zeit unentschieden, bis Kleopatra, die
Antonius mit 60 ägyptischen Schiffen unterstützte,
einen folgenschweren Entscheid fällte. Beunruhigt durch ein Manöver des
Feindes befahl Kleopatra ihren Schiffen den
Rückzug. Ohne die Unterstützung der Ägypter waren die Mannen unter
Antonius nicht stark genug, um sich Octavian zur
Wehr zu setzten und mussten sich daher ergeben. Octavian war dadurch zum
Alleinherrscher über das römische
Imperium geworden und hatte zu dem die Herrschaft über Ägypten gewonnen.
Antonius und Kleopatra begingen
ein Jahr später Selbstmord, Caesarion, Kleopatras und Caesars Sohn,
wurde 29 vor Chr. umgebracht.
27 vor Chr. verlieh der Senat Octavian den Titel Augustus (der
Erhabene), der später mit Kaiser gleichgesetzt wurde.
Wie auch schon Caesar stützte Augustus seine Macht auf das Imperium
(Gewalt über das Militär), das Tribunat und den
obersten Priesterrang. Die altrömischen Traditionen der Republik waren
aber immer noch vorhanden und deshalb wurde
die Regierungsform des Augustus Prinzipat genannt, von princeps, der
Erste. Bis 284 nach Chr. sollte das Prinzipat in Kraft
bleiben. Der Senat war aber in dieser Staatsform nur eine unbedeutende
Einrichtung, die militärisch bedeutungslose
Provinzen zu führen hatte. Die wichtigen Provinzen wie Gallien, Spanien,
Syrien und Ägypten waren sogenannte
kaiserliche Provinzen, die durch eine straff organisierte und gut
besoldete kaiserliche Beamtenschaft verwaltet wurden.
Mit der Machtübernahme war auch das Zeitalter der Bürgerkriege und
Eroberungen beendet. Im Weltreich herrschte der
sogenannte Pax Augusta. Gelegentliche Grenzkriege mit den Parthern im
Osten und den Germanen im
Westen fielen kaum ins Gewicht, auch wenn der römische General Varrus
gegen die Germanen eine der empfindlichsten
Niederlagen seit der Schlacht von Cannae hinnehmen musste. Viel
wichtiger war die Sicherung der Donaugrenze, die den
Völkerscharen aus dem Nordosten Einhalt gebot.
Die von Caesar eingeleiteten ernsthaften sozialpolitischen Reformen
führte Octavian nicht oder nur
ungenügend weiter. Nur das von Caesar ausgearbeitete Besiedlungsprogramm
wurde von ihm aufgenommen. Trotzdem
konnte sich das römische Bauerntum erholen und dies, obwohl die Macht
der Großgrundbesitzer nicht nachgelassen
hatte. Durch Gesetzte wider den Luxus der Reichen, zur Gesundung des
ehelichen Lebens, zur Bekämpfung der
Ehelosigkeit und Kinderarmut versuchte Augustus die altrömischen
Tugenden wieder aufzurichten. Der Einfluss östlicher
Gesittung und Kultur wurde erschwert. Auch so wurde Rom durch gewaltige
Bauten in den Rang einer Weltmetropole
schlechthin erhoben. Eine reiche Epoche römischer Literatur begann mit
Vergil, der den Heldenepos des Aeneis schuf,
Horaz, dessen Oden noch heute gerne gelesen werden und Titus Livius, der
eine einzigartige Geschichte der römischen
Vergangenheit verfasste.
Gaius Octavius Augustus starb im Jahre 14 nach Chr. und
hinterließ ein blühendes römisches Reich.